EINE DOKUMENTATION
Ansicht der Bahnstation Feldhausen von der Gleisseite aus gesehen
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Bahnstation Feldhausen Bahnstation Feldhausen

Bau und Streckeneröffnung

die Vermessungs- und Planungsarbeiten wurden 1876 abgeschlossen. Die Bauarbeiten begannen im Oktober 1877. Die 59 Kilometer lange Strecke zwischen Winterswijk (Niederlande) und Gelsenkirchen-Bismark eröffnete am 21. Juni 1880 die Niederländisch-Westfälische Eisenbahn-Gesellschaft (NWE) den Bahnbetrieb. 1880 wurden die meisten privaten Bahngesellschaften verstaatlicht. Die NWE blieb davon als ausländische Bahngesellschaft zunächst ausgeschlossen. Am 1. Juli 1889 trat ein Vertrag zwischen der niederländischen Regierung und Preußen in Kraft, der die Übergabe der auf preußischem Gebiet verlaufenden Strecke regelte. Die Gemeinde bemühte sich um 1879 um die Einrichtung eines Haltepunktes, in dem Holz und Spirituosen der nahe gelegenen Brennerei umgeschlagen werden sollte. Das Gesuch wurde zunächst aufgrund der abweichenden Streckenneigung (1:170) abgelehnt. Am 17. Januar 1881 wurde die Einrichtung der Betriebsstelle als Haltepunkt doch genehmigt. Die Haltestelle wurde noch im selben Jahr eröffnet. Sie verfügte über einen befestigten Bahnsteig und ein kleines Fachwerkgebäude. Die Fahrkarten konnten im nahen Gasthof Berger gekauft werden.

Das Empfangsgebäude Feldhausen

Um 1900 ersetzte ein neues Stationsgebäude das bestehende Gebäude. Es war ein traufenständiges, einstöckiges Bauwerk mit Walmdach, das durch einen südlichen, einstöckigen Anbau flankiert wurde. Nördlich davon gab es eine separate Toilettenanlage. Im Gebäude war ein Wartesaal der 3. Klasse mit Fahrkarten- und Gepäckschalter sowie Diensträume und eine Bahnhofsgaststätte mit Biergarten entstanden. Die Station wurde zum Bahnhof hochgestuft. Die Gleisanlage wurde um ein Überholgleis erweitert. Ein Stellwerksgebäude aus Backstein ergänzte die Bahnanlage. Der Bahnhof gehörte 1938 zur Rangklasse IV und hatte keinen Güterverkehr.

Weitere Streckeneröffnungen und Ausbauten

1907 erfolgte die Verlegung des zweiten Streckengleises zwischen Dorsten und Gelsenkirchen-Bismark. Dabei entstand ein weiteres Stellwerksgebäude für die Blockstelle. Das Überholgleis wurde in das Streckengleis integriert und der Bahnhof wieder zum Haltepunkt zurückgestuft. 1914 erhielt der Haltepunkt ein Überholgleis und wurde wieder zum Bahnhof hochgestuft. 1933 trennte die Deutsche Reichsbahn (DR) aufgrund des hohen Fahrgastaufkommens durch den Ausflugsverkehr die Fahrkartenausgabe von der Bahnsteigsperre, die in einer neuen Wartehalle eingerichtet wurde. Sie war durch einen Laubengang mit dem Hauptgebäude verbunden. Die Bahnhofsgaststätte und die Gepäckaufbewahrung wurden erweitert. Am 13. März 1945 wurde der Bahnhof durch einen Bombenangriff schwer getroffen. 1954 übernahm die Bahnhofswirtin den Fahrkartenverkauf. 1959 wurde das Stellwerk von 1907 abgerissen und das verbliebene umgebaut und modernisiert. 1969 schloss aufgrund von sinkenden Fahrgastzahlen die Deutsche Bundesbahn (DB) den Fahrkarten- und Gepäckschalter und bot das Empfangsgebäude zum Verkauf an. Am 2. Juli 1974 wurde das Stationsgebäude mangels Käufer abgerissen. 2018 ist das Blockstellwerk aus dem Betrieb genommen worden.

Was hat sich verändert, was ist geblieben

Die Außenbahnsteige wurden von der Deutsche Bahn AG (DBAG) saniert und eine Stahlbrücke für den Personenübergang errichtet. Das Stellwerksgebäude ist noch vorhanden.
Planung und Konzession Gelsenkirchen-Bismark - Borken Gelsenkirchen Hbf Borken (Westf)
Bahnhof um 1914
Luftaufnahme
Bilder Feldhausen
Bahnhof um 1914