EINE DOKUMENTATION
Ansicht der Bahnstation Brühl von der Straßenseite aus gesehen
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Bau und Streckeneröffnung

Die Residenzstadt Brühl erhielt seinen Bahnhof am 15. Februar 1844 mit Eröffnung des ersten eingleisigen Teilstücks von Köln nach Bonn durch die Bonn-Cölner Eisenbahn-Gesellschaft (BCE) direkt gegenüber dem Schloss Augustusburg in Brühl. Dies geschah auf Wunsch des preußischen Königs Friedrich Wilhelm IV., dem das Schloss als Residenz diente. Die Bahnstrecke war der Ursprung der „linken Rheinstrecke“, die damals direkt durch die Ortschaft verlief. Erst 1859/60 baute die Stadt einen direkten Weg zum Bahnhof.

Das Empfangsgebäude Brühl

Am Eröffnungstag fuhr die britische Königin Victoria in den Bahnhof ein. Das ungewöhnliche Empfangsgebäude wurde vom Stadtbaurat Johann-Peter Weyer entworfen, dessen Pläne von König Friedrich Wilhelm IV persönlich genehmigt werden mussten. Es handelte sich um ein auf rechteckigem Grundriss errichteter Putzbau mit flachem Walmdach im Stil des Historismus. Ein offener Laubengang verlief um das gesamte Erdgeschoss, dessen Dach bis unter die Fenster des Obergeschosses reichten. Der Laubengang wurde erst später durch ein massives Erdgeschoss ersetzt. Südlich baute man eine Wartehalle an, die danach als Bahnhofsgaststätte genutzt wurde. Ungewöhnlich war nicht der Uhrenturm auf dem Dach, sondern das man ihn auch als Aussichtsturm benutzten konnte. Im Erdgeschoss waren die Wartesäle, insbesondere der für den König sowie Diensträume für den Fahrkartenverkauf, Expressgut und Gepäckschalter untergebracht. Von den Wartesälen aus gelangten die Reisenden ebenerdig direkt zu den Gleisen. Der Bahnhof verfügte über ein Überholgleis, mehrere Abstellgleise, eine Lokstation mit Lokomotiv- und Wagenschuppen, eine Drehscheibe sowie einem Wasserkran und Kohlebunker. Der Bahnhof gehörte 1938 zur Rangklasse I.

Weitere Streckeneröffnungen und Ausbauten

1869 verlegte die Bahngesellschaft ein zweites Gleis auf der linken Rheinstrecke. Dabei erhielt der Bahnhof einen Mittelbahnsteig und einen Güterbahnhof. Von 1901 bis 1913 wurde die Strecke, ähnlich wie in Köln auf einen vier Meter hohen Damm verlegt. Die Strecke war dadurch kreuzungsfrei. Der Bahnhof erhielt dabei zwei Inselbahnsteige und einen Personentunnel zu den Bahnsteigen. Den Güterbahnhof verlegte man aus Platzmangel etwas weiter in Richtung Köln. Am 29. Mai 1958 begann die Verlegung der elektrischen Oberleitung auf der „linken Rheinstrecke“. 2006 erneuerte die Deutsche Bahn AG den Personentunnel zu den Bahnsteigen. Im Jahr 2009 wurde aufgrund der exponierten Lage des Bahnhofs inmitten des UNESCO-Weltkulturerbes eine komplette Umgestaltung des Bahnhofsplatzes und des Empfangsgebäudes nebst Nebengebäuden beschlossen. Die Arbeiten wurden 2015 abgeschlossen. In den Nebengebäuden wurden eine Radstation, ein Kiosk und eine Toilette untergebracht. Der Uhrenturm wurde ohne Aussichtsplattform erneuert.

Was hat sich verändert, was ist geblieben

Durch seine besondere Lage wurde das denkmalgeschützte Empfangsgebäude in einem guten Zustand gehalten. Das Gebäude gehört zu dem kleinen Kreis der ältesten Stationsgebäude Deutschlands.
Bilder Brühl
Bahnhof 1844
Luftaufnahme
Bahnhof um 1875
PANORAMA Bahnhof um 1875 Bahnhof 1844 ahnbauten mehr zum Thema hier  B Linke Rheinstrecke Köln Hbf Mainz Hbf Bahnstation Brühl Bahnstation Brühl Planung und Konzession