EINE DOKUMENTATION
Ansicht der Bahnstation Borken (Westf) von der Straßenseite aus gesehen
© Copyright 2000 - 2021 Burkhard Thiel Alle Rechte vorbehalten
Bahnstation Borken (Westf) Bahnstation Borken (Westf)
Bau und Streckeneröffnung 1877 begannen die Bauarbeiten an der Strecke. Die 59,62 Kilometer lange Bahnstrecke von Gelsenkirchen-Bismark ins Niederländische Winterswijk eröffnete die Niederländisch- Westfälische Eisenbahn-Gesellschaft (NWE) nach dreijähriger Bauzeit feierlich am 14. Juni 1880. Das Empfangsgebäude Borken (Westf) Ein zweistöckiger, giebelständiger Putzbau mit Satteldach wurde im Nordwesten von einem einstöckigen, traufenständigen Anbau und im Südosten von einem traufenständigen Fachwerkgüterschuppen mit Satteldach flankiert. Das Stationsgebäude befand sich auf der Westseite der Gleisanlage. Der Bahnhof wurde planmäßig am 21. Juni 1880 in Betrieb genommen. Im Gebäude befand sich der Fahrkarten- und Gepäckschalter, die Wartesäle und die Bahnhofsgaststätte. Neben weiteren Diensträumen gab es eine Zollabfertigung. Im Obergeschoss befand sich die Dienstwohnung des Bahnhofsvorstehers. Es gab einen separaten Zollschuppen, wo die Güter beschaut wurden. Für Schüttgut gab es eine Zollbühne für die Wagenbeschauung. Für den Zoll standen vier Gleise zur Verfügung. Zusätzlich verfügte der Bahnhof über Gleise zur Neubildung von Güterzügen. Die Gleisanlage bestand aus zwei Hauptgleisen und einem Freiladegleis sowie Zollgleise. Der Bahnhof gehörte 1938 zur Rangklasse II und besaß eine Güterabfertigung. Weitere Streckeneröffnungen, Ausbauten oder Änderungen 1893 wurde der Bahnhof erweitert. Dabei entstand ein Maschinen- und Pumpenhaus sowie ein separates Abortgebäude. Der Zollschuppen wurde vergrößert. In einem weiteren südöstlichen Anbau entstanden Räume für die Fleischbeschauung. Am 1. August 1902 ging ein Teilabschnitt der „Baumbergebahn“ von Empel (heute Empel-Rees) nach Münster in Betrieb. Borken wurde Trennungsbahnhof. Am 1. Oktober 1902 eröffnete die Westfälische Landes-Eisenbahn (WLE) in unmittelbarer Nähe des NWE- Bahnhofs einen eigenen Bahnhof für ihre Strecke zwischen Borken und Burgsteinfurt (heute Steinfurt- Burgsteinfurt). Dessen Gleise waren im Südkopf des NWE-Bahnhofs angeschlossen worden. Am 27. September 1904 ging die Verlängerung der „Baumbergebahn“ bis nach Coesfeld und 1907 weiter nach Münster Hbf in Betrieb. Damit wurde Borken zum Kreuzungsbahnhof. Dabei wurden zwei Zwischenbahnsteige gebaut, die durch einen Personentunnel verbunden waren. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Stationsgebäude durch Bombenabwürfe schwer getroffen. Danach erhielt der Bahnhof eine provisorische Baracke. Das zweite Empfangsgebäude Am 5. September 1952 ersetzte die Deutsche Bundesbahn (DB) das Provisorium gegen ein neues Empfangsgebäude. Es war ein in regional verbreiteter Ziegelbau mit „Emmericher Klinker“ nach Plänen des Architekten Erich Eickemeyer. Das traufenständige, zweistöckige Klinkergebäude besaß einen einstöckigen Klinkeranbau mit Walmdächern. Das Besondere der Stationsgebäude, die Anfang der 1950er-Jahre errichtet wurden, war eine große, lichtdurchflutete Schalterhalle mit einem typischen Wandrelief. In Borken war es eine Darstellung des Kreises Borken. In der Halle gab es Fahrkarten- und Gepäckschalter, einen Wartesaal, Bahnhofsgaststätte und einen Kiosk sowie Diensträume für eine Zollabfertigung, die bereits 1953 aufgegeben wurde. Die frei werdenden Räume wurden von einer Buchhandlung genutzt. Es entstand eine Güter- und Zollhalle und ein neues Stellwerksgebäude. Weitere Streckeneröffnungen, Ausbauten oder Änderungen Am 1. Oktober 1961 stellte die DB den Personen- und Güterverkehr nach Burlo ein. Am 25. Mai 1974 wurde der Personenverkehr und 1983 der Güterverkehr nach Coesfeld eingestellt. In den 1980er-Jahren wurde die Gleisanlage erheblich verkleinert. 1989 gestaltete die DB den Bahnhofsvorplatz um. 2012 verlegte die Deutsche Bahn AG (DBAG) den Bahnsteig nach Süden, um die Bahnhofsstraße zu vergrößern. 2014 riss die DBAG das Stationsgebäude von 1952 ab. Die Stadt baute dafür einen neuen Busbahnhof. Was hat sich verändert, was ist geblieben Der Pavillon von 1989 wurde bei der Sanierung des Bahnhofsplatzes durch ein „Servicegebäude“ ersetzt. Es wird von einer DB-Agentur genutzt und verfügt über eine öffentliche Toilette.
Planung und Konzession
Die Eisenbahn “kam” am 21. Juni 1880 nach Borken. Also 45 Jahre nach der Eröffnung der ersten Eisenbahn von Nürnberg nach Fürth 1835. Borken hatte zu diesem Zeitpunkt ca. 2.845 Einwohner (Ende 2019 waren es 42.629 Einwohner).
Luftaufnahme
Bilder Borken (Westf)
Bahnhof von 1880
Bahnhof 1952
Bahnhof um 1907
Bahnhof von 1880 Bahnhof um 1907 Bahnhof 1952 Gelsenkirchen-Bismark - Borken Gelsenkirchen Hbf Borken (Westf) Empel-Rees - Münster Empel-Rees Münster (Westf) Hbf